Kommentare

Wenn Eltern Schülerleistungen vergleichen — 4 Kommentare

  1. Es war einmal ein Gärtner, der pflanzte mit drei Mitarbeiterinnen einen Baum.
    Er gab ihnen Anweisungen:
    Täglich gießen,
    Regelmäßig die Äste kontrollieren und zurückschneiden,
    Das Gras am Boden regelmäßig schneiden.
    Am nächsten Tag trafen sich die drei Mitarbeiterinnen und beschlossen, den Gärtner zu boykottieren.
    Sie würden das Gras nicht zurückschneiden und den Baum auch nicht gießen.
    Nach einer Woche wunderte sich der Gärtner über das doch recht lange Gras. Er half den dreien beim Mähen.
    Doch der Eifer der Mitarbeiterinnen wurde nicht besser…..
    Was glaubt ihr, wie werden die Früchte des Baumes sein, wenn es dem Gärtner nicht gelingt, die Mitarbeiterinnen zu überzeugen, die Etüden des Mähens und Düngens und die Tonleitern des Gießens ernster zu nehmen?
    Dies schrieb ich meinen Schülerinnen.
    Vergleichen mit der eigenen Leistung und Erklärungen für geringe Fortschritte zu finden ist wichtig.

  2. Das Schöne an unserem Beruf ist ja, dass wir jedem einzelnen Kind genau das geben können, was es braucht, und wir nicht nach einem Schema arbeiten müssen, wo wir Schritt für Schritt abhaken müssen. Wir können Umwege gehen, wir können den Kindern über „schwierige Zeiten“ hinweghelfen, indem wir zeitweilig nicht soviel fordern, um dann wieder richtig loszulegen. Mir ist das wichtigste, dass jedes Kind in jeder Unterrichtsstunde ein kleines oder großes Erfolgserlebnis hat. Am Ende soll jedes erarbeitete Stück schön klingen, von diesem Ziel weiche ich keinen Zentimeter ab, da gebe ich nie auf und bin extrem pingelig.
    ICH selbst vergleiche meine Schüler NIE, denn ich mag gerade ihre Verschiedenheiten.
    All das erkläre ich den Eltern schon im ersten Vorgespräch. Und vielleicht liegt es mit an dieser Haltung, dass bei meinen Vorspielen Konkurrenzen nie auftauchen. Weder unter den Schülern noch unter den Eltern. Ich freue mich darüber, wie alle das Ergebnis der anderen würdigen können. Natürlich gibt es bei dieser Gelegenheit immer auch Schüler, die mit besonderen Vorträgen glänzen. Möglicherweise motivieren solche Erlebnisse alle anderen, mehr zu üben.
    Wenn Eltern „zu ehrgeizig“ werden, muss ich natürlich mit ihnen reden und versuchen herauszukriegen, ob deren Wünsche mit denen ihrer Kinder und meinen Vorstellungen kompatibel sind. Einmal hatte ich einen sehr kleinen Schüler, der mir mit gesenktem Kopf gestand, dass er überhaupt nicht Geige lernen möchte und wirklich sehr unglücklich war. Als mich seine Mutter eines Tages anrief, weil sie fand, ich sollte ihn mehr „rannehmen“, sie selbst sei ihren Eltern heute dankbar, dass sie zum Klavierspielen gezwungen worden sei, habe ich ihr gesagt, dass das mit mir nicht funktioniert und sie sich bitte einen anderen Lehrer suchen soll.

    • Liebe Frau Fliegner,
      vielen Dank für diesen ausführlichen Erfahrungsbericht! Ich denke, wir können durch unser eigenes Verhalten als Lehrperson ganz viel dazu beitragen, dass die Schüler auch gegenseitig wohlwollend sind und die Leistungen ihrer Kollegen anerkennen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.