↓
 
Logo

Passion4StringTeaching

Blog für Streicherpädagogen

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt
Violin-Unterricht
  • Home
  • Über mich
  • Blog
  • News
  • Fiedel-Max
  • Downloads
  • Unterricht

Artikelnavigation

← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Besondere Herausforderungen im Distanz-Unterricht

Passion4StringTeaching Veröffentlicht am 16. Mai 2021 von Andrea Holzer-Rhomberg16. Mai 2021
Besondere Herausforderungen im Distanz-Unterricht

Obwohl der Instrumentalunterricht bereits seit einiger Zeit wieder in der Musikschule stattfindet, sind wir hier immer noch zu einem „Distanz-Unterricht“ angehalten. Das heißt, zwischen Lehrer und Schüler muss ein Abstand von mindestens 2 Metern eingehalten werden. Zudem ist das Tragen einer FFP2-Maske für die Lehrperson und eines Mund-Nasenschutzes für das Kind verpflichtend. Das sind tatsächlich besondere Herausforderungen, vor allem im Unterricht mit jungen Anfängern. Während viele Lehrinhalte sich auch auf Distanz sehr gut übermitteln lassen, wird das Haltungs- und Bewegungslernen für die jungen Anfänger durch die Distanz doch erheblich erschwert. 

Wegfall von manueller Hilfe

Konnte man früher einem Kind beim Streichen auf der Saite durch Führen des Bogens helfen, diesen Bewegungsablauf zu „erspüren“ und im Bewegungsgedächtnis zu verankern, muss man sich heute anderer Strategien bedienen. Konnte man früher den Bogenarm des Kindes berühren um ihm ein Gefühl für Armgewicht zu vermitteln, muss man sich heute eine andere Vermittlungsmethode ausdenken. Gerade der Bereich Haltungs- und Bewegungslernen stellt uns hier vor besondere Herausforderungen. Wir haben bereits im Online-Unterricht die Erfahrung gemacht, dass verbale Beschreibungen Bewegungsabläufe oft nur sehr begrenzt vermitteln können, vor allem bei sehr jungen Anfängern. In diesem und den folgenden Blog-Beiträgen möchte ich jeweils eine dieser besonderen Herausforderungen herausgreifen und gemeinsam mit Ihnen überlegen, wie diese auch in einem Distanz-Unterricht gut bewältigt werden kann.

"Gerade" streichen

Heute soll es um den „geraden“ Bogenstrich gehen. Der Bogen soll sich möglichst parallel zum Steg bewegen. Wie kann man ohne manuelle Hilfe des Lehrers ein „Gefühl“ für den geraden Bogenstrich bekommen? Was haben wir im Distanz-Unterricht für Möglichkeiten?

Optische und akustische Kontrolle

Wir haben erst einmal zwei Kontrollmöglichkeiten: Eine optische und eine akustische. Wir können also einerseits die Kontaktstelle beobachten und auf diese Weise kontrollieren, ob der Bogen gerade streicht. Andrerseits können wir zuhören, ob der Ton klar klingt und nicht rau, wie das der Fall ist, wenn man nicht gerade streicht. Das Schauen auf die Kontaktstelle bei der Geige wird allerdings durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sehr erschwert. Viele Kinder haben große Mühe damit. Zudem ist es aus dieser Perspektive für Kinder oft sehr schwierig zu erkennen, ob der Bogen sich wirklich parallel zum Steg bewegt.

Spiegelkontrolle

Wir haben noch eine andere Möglichkeit der optischen Kontrolle: Der gut alte Spiegel. Im Online-Unterricht konnte ja auch der Bildschirm als „Spiegel“ herhalten. Bei der „Spiegel-Kontrolle“ ist es wichtig zu wissen, wie man sich vor dem Spiegel positioniert. Man muss so stehen, dass die Geige wirklich parallel zum Spiegel ist, also die Schnecke links und nicht halb nach vorne gerichtet. Dann müssen sich die Kinder erst einmal daran gewöhnen, ihre Bewegungen im Spiegel zu beobachten und zu korrigieren. Das braucht ein wenig Übung, funktioniert nach einigen Versuchen aber meist recht gut. Wenn ein Kind trotz Bemühung immer wieder beim Streichen in der oberen Hälfte mit dem Bogen zum Griffbrett abrutscht, sollte man die Geigenhaltung kontrollieren.

Augenmerk auf die Geigenhaltung

Bei Kindern mit noch recht kurzen Armen hilft es, die Geige etwas mehr über dem Saitenhalter (statt links davon), und mit der Schnecke etwas weiter nach vorne zu halten. Kinnhalter, die etwas über den Saitenhalter drüber reichen, sind dabei sehr von Vorteil. Durch Anpassung der Positionierung des Kinnhalters und der Schneckenrichtung kann für jedes Kind eine angenehme Haltung gefunden werden, sodass es schlussendlich mühelos gerade streichen kann.

Bewegungsbild

Was beim Erlernen eines Bewegungsablaufes bei Kindern sehr hilfreich sein kann ist ein passendes Bewegungsbild, z. B. „Streiche so, als ob du mit der Schraube deines Bogens diesen Punkt im Spiegel (z. B. einen kleinen Smiley-Sticker) treffen wolltest.“ Dabei ist selbstverständlich wieder auf die richtige Positionierung vor dem Spiegel zu achten, sonst nützt das nichts. Oder man stellt einen Kegel in einigem Abstand vor sich auf den Boden und streicht in Richtung des Kegels. Das geht vor allem beim Streichen auf der A- oder E-Saite.

Bewegung im Bewegungsgedächtnis verankern

Wenn die Kinder gelernt haben, ihre Strichrichtung zu kontrollieren, ist bereits ein großer Schritt getan. Jetzt muss allerdings dieser Bewegungsablauf des stegparallelen Bogenstrichs im Bewegungsgedächtnis verankert werden. Wir kombinieren nun die optische Kontrolle mit dem „Streichgefühl“, mit dem Tast- und Bewegungssinn. „Wie fühlt sich das an?“ Dann wird nach und nach die optische Kontrolle weggelassen. „Kannst du spüren, ob du gerade streichst, auch wenn du gar nicht hinsiehst? Kannst du spüren, ob dein Bogen gerade geht, auch wenn du gerade in die Noten schaust?“ Solche Fragen lenken die Aufmerksamkeit auf die Körperwahrnehmung und helfen, den Bewegungsablauf bewusst wahrzunehmen und in der Folge abzuspeichern. Dieses bewusste Wahrnehmen sollte immer wieder im Vordergrund stehen, bis die grundlegenden Bewegungsabläufe optimiert und automatisiert sind.

Weitere Unterrichtsstrategien zum Thema "gerade" streichen

Jetzt sind Sie als Leser und als Pädagogen gefragt: Was haben Sie für Strategien, um auch in Zeiten von Distanz-Unterricht Ihren jungen Anfängern einen geraden Bogenstrich zu vermitteln, was zweifellos zu den besonderen Herausforderungen gehört? Benutzen Sie Bewegungsbilder? Wenn ja, was für welche? Auch Beispiele für diese Thematik am Cello wären interessant! Und wie schaffen Sie es dann, dass die Kinder die optimalen Bewegungsabläufe verankern und automatisieren? Je mehr Vermittlungsstrategien wir als Pädagogen in unserem Repertoire haben, desto mehr werden unsere Schüler davon profitieren, vor allem in Zeiten, wo wir auf viel Althergebrachtes nicht zurückgreifen können. Ich freue mich auf einen regen Austausch zu diesem Thema hier in den Kommentaren!

Herzlichst,

Ihre Andrea Holzer-Rhomberg

Veröffentlicht unter Unterricht | 6 Kommentare

Artikelnavigation

← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Neueste Beiträge

  • Reflexion nach einem Wettbewerb
  • Improvisation im Unterricht
  • Selbstvertrauen stärken im Unterricht
  • Start in ein neues Musikschuljahr
  • Hurra, die Fiedel-Max-App ist da!

Archive

  • April 2024
  • Oktober 2023
  • September 2023
  • Juni 2023
  • Mai 2023
  • April 2023
  • März 2023
  • Februar 2023
  • Januar 2023
  • Dezember 2022
  • November 2022
  • Oktober 2022
  • September 2022
  • Juni 2022
  • Mai 2022
  • April 2022
  • März 2022
  • Februar 2022
  • Januar 2022
  • Dezember 2021
  • Juni 2021
  • Mai 2021
  • April 2021
  • März 2021
  • Februar 2021
  • Januar 2021
  • Dezember 2020
  • November 2020
  • Oktober 2020
  • Juni 2020
  • Mai 2020
  • April 2020
  • März 2020
  • Februar 2020
  • Januar 2020
  • Dezember 2019
  • November 2019
  • Oktober 2019
  • September 2019
  • Juni 2019
  • Mai 2019
  • April 2019
  • März 2019
  • Februar 2019
  • Januar 2019
  • Dezember 2018
  • November 2018
  • Oktober 2018
  • September 2018
  • Juni 2018
  • Mai 2018
  • April 2018
  • März 2018
  • Februar 2018
  • Januar 2018
  • Dezember 2017
  • November 2017
  • Oktober 2017
  • September 2017
  • Juni 2017
  • Mai 2017
  • April 2017
  • März 2017
  • Februar 2017
  • Januar 2017
  • Dezember 2016
  • November 2016
  • Oktober 2016
  • September 2016
  • August 2016

Kategorien

  • Einzelbetreuung
  • Eltern
  • Gruppenunterricht
  • Gruppenunterricht
  • Kommunikation
  • Konzert
  • Lagenwechsel
  • Lehrer
  • Leistungsbeurteilung
  • Lob
  • Motivation
  • Musikalische Lernspiele
  • Planning
  • Planung
  • Practicing
  • Schüler
  • Selbstorganisation
  • Spieltechnik
  • Talent
  • Teaching
  • Teamarbeit
  • Üben
  • Uncategorized
  • Unkategorisiert
  • Unterricht
  • Weihnachten
  • Wettbewerb

Schlagwörter

Auftritt Eltern Geige Geige ueben Gemeinsam musizieren Kommunikation Lagenspiel Lagenwechsel Motivation Musiktheorie Musizieren Planning Planning concerts Planning lessons Planung Rhythmus Semesterplanung Spieltechnik Stundeneinteilung Stundenplan Talent Tonhöhenvorstellung Unterricht Unterrichtsplanung Vorbereitung Vorbild Weihnachten üben
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Bildernachweis
© 2016-2025 by Andrea Holzer-Rhomberg Datenschutz
↑