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Geige üben – muss das sein? — 4 Kommentare

  1. Meine Tochter hat mit fünf Jahren auf eigenen Wunsch Geigenunterricht bekommen. Das erste Jahr war anstrengend, das Üben mühselig und ich stand kurz davor, sie vom Unterricht wieder abzumelden. Mittlerweile (sie wird jetzt acht) gehört das Üben einfach zum täglichen Ablauf, auch wenn die Begeisterung nicht immer riesig ist. Ich lege Wert darauf, dass sie – zusätzlich zu Umterricht- 4-5 mal die Woche mindestens 15 Minuten übt. Dieses Pensum ist absolut machbar und führt zu guten Fortschritten (und dem ersehnten Lob der Lehrerin…). Wichtig scheint mir aber wirklich zu sein, dass man als Eltern begleitet: Zuhört, sich interessiert, ein bisschen beim intelligenten Üben unterstützt (nicht immer wieder alles von Anfang an runterrattern, jeweils auf bestimmte Passagen konzentrieren, Tonleitern und Fingerübungen nicht vergessen…). Es hilft sicher auch, dass auch ich und mein Sohn Instrumente spielen und so das Üben für alle Pflicht ist!

    • Liebe „Geigenmutter“,
      herzlichen Dank für Ihren so wertvollen Beitrag! Ich denke, es ist so wichtig – besonders auch für andere „Geigeneltern“ – zu wissen, dass das regelmäßige Üben zwar nicht immer auf große Begeisterung stößt, aber dass diese Regelmäßigkeit einfach notwendig ist, um Fortschritte zu machen. Nichts ist für Kinder motivierender als ein Erfolgserlebnis! Ich kann deshalb nur alle Eltern immer wieder bestärken: Bleiben Sie dran, halten Sie durch, auch wenn es manchmal Durststrecken gibt!
      So machen Kinder auch die Erfahrung, dass man für mache Dinge im Leben Geduld und Ausdauer braucht, um das gewünschte Ziel zu erreichen! Junge Menschen, die diesen Zusammenhang „verinnerlicht“ haben, haben die besten Voraussetzungen, ihre Ziele im Leben zu erreichen!
      Nochmals vielen Dank für Ihren Kommentar und herzliche Grüße!

  2. Mein Sohn, 5 Jahre, spielt auch seit einem halben Jahr Geige und wir üben täglich. Er ist Frühaufsteher, geht noch in den Kindergarten und hat in der Früh immer noch ewig Zeit bis ihn der Bus abholt (wir wohnen am Land). Das nützen wir gleich zum Üben (ca. 15-20 Minuten, je nachdem wie viel er beim Anziehen getrödelt hat und wie viel Zeit uns bleib). In der Früh ist er besonders konzentriert bei der Sache. Am Nachmittag üben wir dann nochmal und er macht ganz tolle Fortschritte. Sein großer Bruder (7 Jahre) spielt auch seit einem halben Jahr Steirische Harmonika und wir haben die beiden sofort auch gemeinsam spielen lassen. Außerdem motivieren wir sie immer dazu den Verwandten und Freunden etwas vorzuspielen, denn auch das Lob und die Aberkennung von anderen motiviert sie. Ich bin selbst Gitarrenlehrerin und muss allen Eltern sagen, dass sie mit den Kindern üben müssen wenn das Instrument Spaß machen soll. Ansonsten ist die Musikstunde eine teure Kinderbetreuung, mehr nicht. Ich sage nicht „geh bitte Geige üben“, ich sage „komm, gehen wir Geige spielen“. Und Geige spielen, oder auch Ziehharmonika spielen, gehört einfach jeden Tag dazu, so wie Hausaufgaben machen oder Zähne putzen. Und wenn man sein Instrument regelmäßig spiel kommt das Erfolgserlebnis und durch dieses gute Gefühl bleibt auch die Motivation erhalten. Und wenn neue Herausforderungen zu bewältigen sind erinnere ich an alte Stücke die auch mal schwierig waren und jetzt so leicht und lustig zu spielen sind, ich versuche vielleicht nur eine kleine Stelle bei einem neuen Stück zu schaffen, aber die üben wir solange bis sie funktioniert und mein Kind mit einem positiven Gefühl aus der Übesitustion hinaus geht. Ich finde es schade wenn heutzutage Anstrengung, gerade im Zusammenhang mit Kindern, immer öfter als etwas sehr negatives dargestellt wird. Dabei stell sich für mich immer häufiger die Frage ob es nicht vielmehr die Eltern sind, die Angst vor ihrer eigenen Überanstrengung haben, und die Kinder daher lieber erst garnicht für „anstrengende“ Dinge motivieren.
    Ich persönlich habe mir vorgenommen meine 4 Kinder in allem was sie tun wollen so gut als möglich zu unterstützen, Taxifahrerin, Musiklehrerin, Zuhörerin, Trösterin, Motivatorin, Publikum,… zu sein wann immer es notwendig ist, und meine Kinder danken es mir mit tollen Konzerten, lustigen Tanzauftritten, aufregenden Fußballspielen und jeder Menge wundervoller gemeinsamer Zeit die wir dadurch gewinnen!

    • Vielen Dank für diesen schönen Beitrag!
      Ja, die gemeinsame „Übezeit“ soll doch eine gemeinsam verbrachte „Qualitätszeit“ sein! Es ist doch etwas schönes, wenn man zu Hause gemeinsam musizieren kann! Und: Kinder lieben es, neue Dinge zu lernen! Sicher ist das nicht immer „leicht“. Für manche Dinge muss man sich ordentlich anstregen und braucht eine Portion Geduld und Ausdauer. Die beste Lebenserfahrung aber, die Kinder machen können, ist diese: „Wenn ich mich für etwas wirklich anstrenge, dann erreiche ich mein Ziel! Es kann vielleicht manchmal etwas länger dauern, aber wenn ich konsequent dranbleibe, erreichte ich das Ziel!“
      Herzliche Grüße,
      Andrea Holzer-Rhomberg

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