Haben Sie selber oder Ihre Schüler auch manchmal keine Lust zum Üben? Ich denke, wir alle kennen ihn, den „inneren Schweinehund“, der uns immer einflüstern will, dass es doch so angenehm sei, nichts zu tun! Lassen wir uns von ihm beeinflussen und geben nach, fühlen wir uns aber hinterher meist auch nicht wohl! Wie können wir also diesen fiesen Kerl überlisten? Wie können wir ins Tun kommen? Da gibt es eine recht einfache Methode. Sie heißt: Nur 10 Minuten.
Den Grund dahinter finden
Manchmal ist diese „Unlust“, anzufangen, aber auch ein Zeichen für ein darunterliegendes Problem. Vielleicht setzen wir uns selber zu sehr unter Druck mit unserem Perfektionismus? Vielleicht haben wir uns aber auch auf so viele verschiedene Verpflichtungen eingelassen, dass wir gar nicht mehr wissen, wo wir anfangen sollen, und deshalb gar nicht anfangen? Dann wäre es allerdings höchste Zeit, die Aufgabenbereiche durchzugehen und zu überlegen, ob man nicht etwas reduzieren könnte.
Manchmal trifft aber von alledem gar nichts zu, und man hat schlicht und einfach keine „Lust“. In diesem Fall kommt die 10-Minuten-Methode zum Einsatz. Das ist sozusagen eine Überlistung des „inneren Schweinehundes“.
Der erste Schritt ist der Schwerste
Wie wir wissen, geht es oft nur um den ersten Schritt, um’s Anfangen. Wenn wir uns erst einmal aufgerafft haben und den ersten Schritt getan haben, läuft es wie von selbst weiter, sei es beim Üben, beim Sport, beim Putzen oder bei sonst etwas … Wie können wir uns die Hürde für diesen ersten Schritt also so klein wie möglich machen? Ganz einfach: Indem wir uns für den Anfang ein sehr kleines, leicht erreichbares Ziel setzen.
Nur 10 Minuten
Wenn wir eine Tätigkeit immer wieder vor uns herschieben, hilft es tatsächlich, sich vorzunehmen, diese Tätigkeit täglich nur 10 Minuten lang durchzuführen, aber dafür wirklich TÄGLICH! Die Erfahrung zeigt nämlich, dass man – nachdem man begonnen hat – meist viel länger als 10 Minuten dran bleibt. Hat man erst einmal den ersten Schritt getan, fühlt es sich gar nicht mehr so „unangenehm“ an, und man vergisst oft sogar die Zeit dabei. Egal, um welche Tätigkeit es sich handelt, die Sie am liebsten aufschieben möchten, probieren Sie’s doch mal aus, Sie werden staunen!
Regelmäßigkeit
Wenn einige meiner Schüler sich wieder einmal von den Hausaufgabenbergen und Arbeitsaufträgen ihrer Schule wie erschlagen fühlen und das Gefühl haben, sie hätten keine Zeit und Energie mehr zum Üben, schlage ich ihnen die 10-Minuten-Methode vor. 10 Minuten sind immer machbar. Das kann sich wirklich jeder einteilen. Man darf dann aber auch nach 10 Minuten tatsächlich die Übe-Session beenden, wenn einem danach ist. In der Regel ist es aber so, dass aus den 10 Minuten meist wesentlich mehr wird, und dass die 10-Minuten-Methode oft der Start zu einer dauerhaften Übe-Regelmäßigkeit ist, die nach und nach zu schönen Erfolgen führt.
Wie motivieren Sie sich selber bzw. Ihre Schüler, wenn der „innere Schweinehund“ wieder einmal hartnäckig vor der Türe steht? Erfahrungsberichte und Kommentare sind wie immer herzlich willkommen!

