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Üben in der Pubertät

Passion4StringTeaching Veröffentlicht am 4. Dezember 2022 von Andrea Holzer-Rhomberg4. Dezember 2022
Üben in der Pubertät

Bei einem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen am vergangenen Wochenende kamen wir auf das Thema „Üben in der Pubertät“. Die Pubertät ist nicht nur für die Eltern der Jugendlichen eine Herausforderung, sondern in erster Linie für die Jugendlichen selbst. Es ist eine Zeit des Wandels, in der die jungen Menschen oft nicht wissen, woran sie sich orientieren sollen, was für Ziele sie anstreben sollen. Eine Zeit, in der sie alles in Frage stellen. Der Wunsch nach Eigenständigkeit wird immer größer. Es ist oft ein „Freistrampeln“ von Zielen, die von außen vorgegeben werden. Dazu gehört natürlich auch die Schule und der Instrumentalunterricht. Wie können wir als Instrumentalpädagogen die jungen Menschen in dieser Phase des Lebens unterstützen? 

Wenn es schwierig wird

Die jungen Menschen sind zahlreichen Einflüssen ausgesetzt. Das Elternhaus, die Schule, der Sportverein, die Musikschule, Freundinnen/Freunde und die ganzen technischen Medien bilden ein Umfeld, in dem sie sich zurechtfinden müssen. In der Pubertät werden unter Umständen plötzlich Prioritäten anders gesetzt. Dinge, die bisher wichtig waren, treten vielleicht eher in den Hintergrund, andere werden dagegen wichtiger. Man sucht aktiv die Konfrontation, man tritt in Opposition, man stellt in Frage. Vor allem das, was von den Erwachsenen vorgegeben wird. Was können wir als Instrumentalpädagogen dazu beitragen, dass die Kinder in dieser turbulenten Lebensphase nicht das Instrument, das ihnen bis dahin lieb und wert war, einfach hinschmeißen? 

Die Bedeutung der Musik

Ich stelle immer wieder fest, dass junge Musiker, die bereits ein gewisses Spielniveau erreicht haben, ihr Instrument und das Musizieren nicht aufgeben möchten. Auch wenn sie vielleicht phasenweise wenig bis gar nicht üben – die Musik, bzw. das aktive Musizieren hat bereits eine Bedeutung in ihrem Leben erlangt, die sie nicht mehr missen möchten. Es kann zwar sein, dass sich die musikalischen Vorlieben ändern. Da kommen dann die Kinder mit Alben von Filmmusik oder Popmusik zum Unterricht und wollen nun vermehrt diese Art von Musik spielen. Wer Harry Potter liebt, ist plötzlich bereit, auch ein Stück mit 5 B-Vorzeichen zu üben!

Druck ist kontraproduktiv

Wer eine 36-Stundenwoche in einer BHS-Oberstufe hat, daneben noch ein wenig Sport betreiben will und sich wenigstens ab und zu mit Freunden und Freundinnen treffen will, hat in der Tat eher wenig Zeit, das regelmäßige Üben auch noch im Wochenplan unterzubringen. Wenn dann die Eltern diesbezüglich Druck machen, wirkt das eher kontraproduktiv. Das kann die Familienstimmung im Alltag schon sehr trüben. Wenn die Jugendlichen – wenn auch „ungeübt“ – trotzdem regelmäßig zum Instrumentalunterricht kommen, dann würde ich das als gutes Zeichen werten. Als Musikpädagoge ist man oft eine wichtige Bezugsperson. Um den Unterricht trotz wenigen Übens produktiv zu gestalten kann man ja Musikstücke auswählen, die das derzeitige Spielniveau des Jugendlichen nicht stark überschreiten, so dass man auch mit wenig Üben zu einem durchaus akzeptablen musikalischen Ergebnis kommt.

Gemeinsam musizieren

Der beste Motivator in Übe-Durststrecken ist meiner Erfahrung nach das gemeinsame Musizieren. Mit meinen jugendlichen Schülern habe ich oft Duette oder Doppelkonzerte gespielt, das haben sie richtig gerne gemacht. Wenn man zu zweit schöne Musik spielt, klingt das sofort besser, als wenn sich einer alleine mit einem womöglich zu hoch gegriffenen Stück abmüht. Auch das Einbinden in ein Kammermusikensemble oder ein Orchester wirkt oft Wunder. Vor allem beim gemeinsamen Musizieren mit Gleichaltrigen kann plötzlich die Motivation zum Üben wieder stark ansteigen. 

Auftritte

Auch Auftritte haben großes Motivationspotential. Es gibt so viele Möglichkeiten, auch interne Auftritte zu ermöglichen, bei denen die Jugendlichen entweder gemeinsam musizieren oder aber sich gegenseitig vorspielen können. Im kleinen Kreis kann man sich erproben, ohne ganz perfekt sein zu müssen. Hier darf eine wohlwollende, unterstützende Stimmung herrschen, sodass die Jugendlichen auch emotional aus sich herausgehen können. In so einem Setting kann man sich an „eigenständige“ Interpretationen heranwagen. Man kann lernen, wie man sich selbstbewusst präsentiert. 

Wunsch nach Selbstbestimmtheit

Die Pubertät ist die Zeit, in der sich die jungen Menschen ausprobieren. Sie möchten sich von den Autoritäten ihrer Kindheit lösen und zu einer eigenen Identität finden. Es ist ganz natürlich, dass es da in der Beziehung zu Erwachsenen manchmal „holpert“. Das gehört dazu. Das Wertvollste, das wir den Jugendlichen in dieser Phase geben können, ist Vertrauen. Das heißt nicht, dass wir alles tolerieren, wenn sie „über die Stränge schlagen“. Das heißt aber, dass wir sie Ernst nehmen. Dass wir ihnen etwas zutrauen. Dass wir ihnen ermöglichen, selber Verantwortung zu übernehmen und trotzdem für sie da sind, wenn sie uns brauchen. Dass wir sie so gut wie möglich unterstützen, ihre eigene Identität zu finden, musikalisch wie persönlich!

Wie sind Ihre Erfahrungen mit den jugendlichen Schülern und Schülerinnen? Wie gehen Sie damit um, wenn sie nicht üben? Über einen Austausch zu diesem Thema, das uns doch mehr oder weniger alle betrifft, würde ich mich sehr freuen!

Herzlichst,

Ihre Andrea Holzer-Rhomberg

Veröffentlicht unter Unterricht | 2 Kommentare

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