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Eingeknicktes linkes Handgelenk?

Passion4StringTeaching Veröffentlicht am 17. März 2019 von Andrea Holzer-Rhomberg17. März 2019

Eingeknicktes handgelenk beim GeigenspielEine der zentralen Aufgaben im Anfänger-Unterricht mit Streichern ist das Etablieren einer ausbalancierten Spielhaltung und dynamischer Spielbewegungen. Mein besonderes Augenmerk möchte ich heute der Haltung der linken Hand beim Spiel auf Geige und Bratsche widmen. Unlängst schilderte mir eine Kollegin, einer ihrer kleinen Schüler würde immer das linke Handgelenk seitlich einknicken, sodass der Geigenhals quasi auf dem Zeigefingerwurzelgelenk aufliege. Ich denke, ein „eingeknicktes“ Handgelenk – in welche Richtung auch immer, vermittelt den Kindern möglicherweise mehr „vermeintliche Sicherheit“ beim Halten des Instruments. So haben sie das Gefühl, dass ihnen die Geige nicht so leicht aus der Hand rutschen und zu Boden fallen kann. Leider ist diese Haltung aber für das Erlernen der Spieltechnik und deren kontinuierliche Weiterentwicklung sehr hinderlich. Spätestens wenn man in höheren Lagen spielen möchte, wird das mit dieser Haltung schier unmöglich sein. Was können wir nun als Lehrer tun, um diese ungünstige Haltung von vorherein zu vermeiden, oder – wenn sie bereits eingewöhnt ist – diese nachhaltig zu verbessern?

Kinnhalte und Schulterstütze

Um von Anfang an das Einknicken des linken Handgelenks zu vermeiden ist es erst einmal wichtig, das Instrument mit Kinnhalter und Schulterpolster bzw. Schulterstütze ganz individuell für das Kind einzurichten. Die Höhe des Schulterpolsters bzw. der Schulterstütze muss zur Länge des Halses passen. Die Biegung der Schulterstütze muss an die Schulter des Kindes angepasst werden. Der Kinnhalter muss sich gut anfühlen, darf nicht durch einen zu dicken Wulst an einer Stelle drücken. Es gibt so viele unterschiedliche Modelle von Kinnhaltern und Schulterstützen bzw. – polstern. Nehmen Sie sich wirklich die Zeit, das passende Equipment für Ihre Schüler auszusuchen und individuell anzupassen, es lohnt sich.

Spielhaltung

Wiederholen Sie im Anfänger-Unterricht immer wieder den Wechsel von der Ruheposition in die Spielposition des Instruments. Wenn das Instrument sicher in Spielposition auf der linken Schulter liegt, lassen Sie die Kinder ihre linke Hand auf ihre rechte Schulter legen. Sitzt die Geige gut, dann lassen sie die Kinder dazu im Raum herumgehen. Üben Sie das mit den Anfängern so oft, bis diese ein wirklich sicheres Gefühl haben. Nur so können sie später mit der linken Hand ganz entspannt greifen, ohne zu befürchten, das Instrument könnte hinunterfallen.

Positionierung der linken Hand

Nun geht es darum, die linke Hand zum Greifen zu positionieren. Ich persönlich starte immer mit der Hand in der mittleren Position, d. h. so hoch, dass die Kinder mit dem 4. Finger den Oktav-Flageolett-Ton greifen können. In dieser Position ist es geradezu unmöglich, das linke Handgelenk nach innen einzuknicken. Wenn Sie in der 1. Lage starten, empfehle ich Ihnen, zuerst eine kleine Markierungslinie auf den Zeigefinger (nahe der Fingerwurzel) zu malen. Nun soll das Kind mit der linken Hand am Geigenhals entlang auf und abgleiten, immer mit der Markierungslinie auf der Höhe des Griffbretts. Die Markierungslinie darf nicht unter den Geigenhals rutschen. Auf diese Weise wird der Berührungspunkt des Zeigefingers mit dem Geigenhals spürbar gemacht und das seitliche Einknicken des Handgelenks sowie das damit verbundene Rutschen des Zeigefingers unter den Geigenhals verhindert.

Der Daumen

Ebenfalls achten wir beim Auf- und Abgleiten auf den Daumen. Der Daumen darf nicht an den Geigenhals drücken. Der Geigenhals soll auch nicht in der Kuhle zwischen Daumen und Zeigefinger aufliegen, dort soll immer ein Zwischenraum „offen“ bleiben. Ich nenne diesen Zwischenraum das „Zwergenfenster“. Mein „Bild“ für die Kinder dazu: Ein kleiner Zwerg sitzt in der Kinderhand und soll nicht erdrückt werden. Wenn das Kind das Handgelenk nach innen einknickt und so den Geigenhals mit dem Handballen stützen will, „erdrückt“ es den Zwerg. Wenn das Kind das Handgelenk nach außen wölbt, fällt der Zwerg heraus. Beides ist nicht gut. Wenn der „imaginäre Zwerg“ bequem in der Kinderhand sitzen kann, sind die Kinder bestens vorbereitet, auf dem Griffbrett die Finger aufzusetzen.

Schulung der Körperwahrnehmung

Beim Etablieren einer guten Haltung geht es in erster Linie um die Schulung der Körperwahrnehmung. Das Kind kann die eigene Spielhaltung größtenteils nicht sehen – höchstens in einem Spielgel, da aber seitenverkehrt – es muss also lernen, sie zu spüren.

Und darin liegt wohl auch die Lösung des Problems, wenn sich eine ungünstige Haltung bereits eingeschlichen hat. Oft wird diese im Unterricht erfolgreich korrigiert, aber zu Hause rutscht das Kind dann wieder in die alte ungünstige Haltung zurück. Da hilft nur eines: Spüren lernen. Lassen Sie das Kind ganz bewusst die ungünstige Haltung einnehmen. Es soll die Augen schließen und sich der Bewegung in diese Haltung und des Gefühls in dieser Haltung gewahr werden. Lassen Sie das Kind anschließend ganz bewusst aus dieser Haltung in die „gute“ Haltung wechseln. Nun soll es ganz bewusst die Bewegung in diese Haltung und das Gefühl in dieser Haltung spüren. Nicht schauen, nur spüren. Es hilft sehr, wenn man dabei die Augen schließt, denn dann ist der Fokus voll auf die Körperwahrnehmung gerichtet. Nur wenn das Kind das „Gefühl“ dieser Haltung kennt, kann es sie auch zu Hause wieder bewusst herholen. Je besser die Körperwahrnehmung ausgebildet ist, desto bewusster kann ein Instrumentalist seine Spielhaltung und seine Spielbewegungen steuern. Der Unterricht auf einem Streichinstrument ist somit also immer auch einen sehr intensive Schulung der Körperwahrnehmung!

Wie gehen Sie damit um, wenn sich bei einem Schüler eine „ungünstige“ Haltung eingeschlichen hat? Haben sie gute Tipps, wie man „eingefahrene“ ungünstige Spielhaltungen oder -bewegungen nachhaltig verbessern kann? Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen!

Herzlichst,

Ihre Andrea Holzer-Rhomberg

Veröffentlicht unter Spieltechnik,Üben | 5 Kommentare

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