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Ich kann das nicht …

Passion4StringTeaching Veröffentlicht am 22. September 2019 von Andrea Holzer-Rhomberg22. September 2019

Anna sieht mich mit verzweifeltem Blick an: „Ich kann das nicht …“ Was war geschehen? Sie hatte soeben versucht, die erste Zeile des neuen Liedes vom Blatt zu spielen. Vor lauter Konzentration auf das richtige Greifen der Finger auf dem Griffbrett war der Bogen zum Steg gerutscht und ein ziemlich „quietschender“ Ton war die Folge.

Kinder haben oft die Erwartung, dass beim ersten Versuch, etwas Neues auszuprobieren, dies sofort gelingen müsse. Ist dies nicht der Fall, sind sie enttäuscht oder werden ungeduldig, manchmal sogar wütend.

Perfektionismus bei Anfängern

In den ersten Unterrichtsstunden sind die Kinder so begeistert und können es kaum erwarten, auf ihrem Instrument zu spielen. Alles sieht so leicht aus und macht Spaß. Die Augen leuchten, und die ersten kleinen Erfolgserlebnisse motivieren. Wie bei jedem Lernprozess kommen aber irgendwann etwas größere „Hürden“, die ein gewisses Maß an Übung erfordern. Nur so werden komplexere Bewegungsabläufe im Bewegungsgedächtnis verankert, und nach und nach können die spieltechnischen und musikalischen Kompetenzen erweitert werden.

Wenn Kinder zum ersten Mal an diesen Punkt kommen, wo etwas nicht geich perfekt „funktioniert“, sind sie oft entmutigt und enttäuscht. Es ist ein wenig, wie wenn man aus einer ersten Verliebtheit wieder in der Realität des Alltags „aufwacht“.  Wie kann man Kindern helfen, mit ihrem eigenen „Perfektionismus“ umzugehen?

 

"Fehler" als Wege zur Kompetenz

Wie kann man im Kind das Bewusstsein wecken, dass das Üben ein ganz wesentlicher Teil des Lernens ist, und dass „Fehler“ bei jedem Lernprozess wichtige „Wegweiser“ sind?

„Fehler“ und „Scheitern“ sind in unserer Gesellschaft leider sehr negativ behaftet. Dabei kann man so viel aus ihnen lernen. Wenn es uns gelingt, den Kindern ihre „Fehler“ als ihre „Freunde“ vorzustellen, die ihnen eine wichtige „Botschaft“ vermitteln wollen, kann das Lernen zu einer sehr spannenden Angelegenheit werden.

 

Beobachten statt beurteilen

Helfen wir unseren Schülern doch, ihr eigenes Tun und das, was dabei herauskommt, genau zu beobachten. Nicht bewerten, nur beobachten. Hier ein Beispiel:

L: „Du verziehst das Gesicht. Ich sehe, du warst mit dem Klang an dieser Stelle nicht zufrieden. Was gefiel dir nicht?“

S: „Der Ton hat gequietscht.“

L: „Dann lass uns herausfinden, warum er gequietscht hat. An welcher Stelle hast du denn gestrichen?“

S: „Der Bogen ist zu nahe zum Steg gerutscht.“

L: „Das hast du sehr gut beobachtet. Dann spiel die Stelle jetzt noch einmal und achte genau auf deine Bogenführung.“

Die Schülerin spielt die Stelle noch einmal, diesmal mit schönem Klang. Dann ein zufriedenes Lächeln …

Vorbildwirkung

Je konstruktiver wir als Lehrer mit „Fehlern“ bzw: „nicht sofort können“ umgehen, desto besser lernen auch unsere Schüler damit umzugehen, wenn etwas nicht gleich wie gewünscht funktioniert. Das Bewusstsein, dass „Fehler“ nichts Schlechtes und Verdammenswürdiges sind, sondern unsere „Freunde“ sind, die uns wichtige „Botschaften“ beim Lernen vermitteln, nimmt ganz viel Druck aus der Situation. Das genaue Beobachten ohne zu bewerten führt zu eigenständigen Lösungsversuchen. Wie könnte ein junger Mensch besser Selbstwirksamkeit erleben?

Seien wir unseren Schülern ein gutes Vorbild im Umgang mit „Fehlern“! Kultivieren wir doch mit unseren Schülern den konstruktiven Umgang mit Fehlern bzw. mit „etwas nicht sofort können“ als eine wichtige Kompetenz! 

Wie „führen“ Sie Ihre Schüler und Schülerinnen zu einem „produktiven“ Umgang mit „Fehlern“ und Kompetenzen, die „einen etwas längeren Atem“ brauchen? Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Herzlichst,

Ihre Andrea Holzer-Rhomberg

Veröffentlicht unter Unterricht | 1 Kommentar

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